Wer schon einmal in München eine Wohnung gesucht hat, weiß, wie schwierig das sein kann. Tobias studiert Maschinenbau und wohnte bisher in einem Studentenwohnheim, doch sein Vertrag endet im Sommer. Deshalb muss er so schnell wie möglich etwas Neues finden.
Jeden Morgen durchsucht er die Anzeigen im Internet. Die meisten Wohnungen sind entweder viel zu teuer oder schon vergeben, bevor er überhaupt anrufen kann. Wenn er doch einmal zu einer Besichtigung eingeladen wird, stehen dort oft zwanzig oder dreißig andere Interessenten.
Bei einer Besichtigung in Schwabing verlangte der Vermieter sogar eine Kaution von drei Monatsmieten, eine Gehaltsbescheinigung und eine Bürgschaft der Eltern. Tobias füllte trotzdem alle Formulare aus, aber eine Woche später bekam er eine Absage per E-Mail.
Langsam verlor er die Hoffnung. Seine Freundin Lena schlug ihm vor, es mit einer Wohngemeinschaft zu versuchen. Zuerst war Tobias skeptisch, weil er gern allein wohnen wollte, aber schließlich meldete er sich auf eine Anzeige für ein Zimmer in einer Dreier-WG.
Beim Kennenlernen saßen die zukünftigen Mitbewohner mit ihm in der Küche, tranken Tee und stellten ihm viele Fragen: ob er koche, wie ordentlich er sei und was er in seiner Freizeit mache. Tobias erzählte, dass er gern backe und am Wochenende Fahrrad fahre. Die beiden anderen lachten, denn einer von ihnen war Konditor.
Zwei Tage später kam der Anruf: Das Zimmer gehörte ihm. Heute, ein halbes Jahr später, ist Tobias froh, dass es damals mit der eigenen Wohnung nicht geklappt hat. Statt allein zu essen, kocht er jetzt fast jeden Abend mit seinen Mitbewohnern, und sonntags gibt es selbstgebackenen Kuchen.