Herr Schulz hatte vierzig Jahre lang als Elektriker gearbeitet. Als er in Rente ging, freute er sich zunächst auf die freie Zeit: lange schlafen, Zeitung lesen, im Garten arbeiten. Doch schon nach ein paar Monaten langweilte er sich und hatte das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden.
Eines Morgens las er im Gemeindeblatt, dass ein Repair-Café in seinem Stadtteil ehrenamtliche Helfer suche. Dort können Menschen kaputte Geräte, Fahrräder oder Kleidung vorbeibringen und sie gemeinsam mit Freiwilligen reparieren, anstatt sie wegzuwerfen.
Herr Schulz zögerte nicht lange und meldete sich bei der Organisatorin, einer jungen Studentin namens Mia. Sie freute sich sehr, denn Elektriker wurden dringend gesucht. Schon am nächsten Samstag stand er mit seinem alten Werkzeugkoffer im Gemeindehaus.
Der erste Besucher war ein kleiner Junge mit einem Radio, das seinem Großvater gehört hatte. Herr Schulz öffnete das Gerät vorsichtig, erklärte dem Jungen jeden Schritt und fand schließlich ein loses Kabel. Als das Radio wieder Musik spielte, strahlte der Junge über das ganze Gesicht.
Seitdem geht Herr Schulz jeden Samstag ins Repair-Café. Er hat dort nicht nur viele Toaster, Lampen und Staubsauger repariert, sondern auch neue Freunde gefunden. Besonders gern arbeitet er mit den jungen Leuten zusammen, die von ihm lernen wollen und ihm im Gegenzug erklären, wie sein Smartphone funktioniert.
Wenn ihn heute jemand fragt, wie es ihm in der Rente geht, antwortet er, dass er nie zufriedener gewesen sei. Er ist überzeugt, dass es wichtig ist, eine Aufgabe zu haben, und dass man anderen am besten hilft, indem man das teilt, was man selbst gut kann.